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Madeira

 

5. Juli bis 19. Juni 2007

 
Blick von unserer Terrasse: Sonnenaufgang hinter Porto Santo
 
Unsere Reise führte uns dieses Mal nicht in die Ferne, sondern nach Madeira. Dieses Ziel hatten wir vor einigen Jahren schon einmal im Visier, haben aber stattdessen Zypern besucht. Wir buchten die Reise übers Internet bei Lumera Reisen, die es aber heute leider nicht mehr gibt. Ich entdeckte sie beim Surfen. Weil mir die Aufmachung der Seiten, deren Angebot und Slogan "Abseits des Massentourismus.. da, wo es schön ist!", gefielen. Lumera antwortete prompt, riefen mich später auch per Telefon an, berieten mich und so buchten wir dort fest unsere Reise. Noch von keinem Reiseveranstalter erhielten wir so ausführliche, informelle und klare Reiseunterlagen wie diese hier. Es fehlten weder die Flugunterlagen, noch die Beschreibung wie und wo wir unseren Leihwagen von Magoscar erhielten, wie wir unser Apartment fänden, noch Wanderbeschreibungen. Einfach perfekt! Unseren Transfer zum Airport buchten wir kurzfristig bei Bavaria. Ursprünglich wollten wir mit der Bahn und S-Bahn zum Münchner Airport reisen, aber mit der ganzen Streikerei war uns das zu unsicher.
 

Anreise

Donnerstag, 5. Juli 2007
 

Überpünktlich stand um 10:20 Uhr unser bestellter Bavaria Transfer mit einer schwarzen VIP-Limousine vor der Tür. Der Fahrer erzählte uns, dass er kurz vorher wichtige Geschäftsleute vom Flughafen zu einer Firma in Augsburg transportierte, darum diese VIP-Kutsche. Einen so angenehmen Fahrer mit relaxtem Fahrstil hatten wir schon lange nicht mehr, da kann der Urlaub ja nur entspannt beginnen!

Nach einer Stunde und 10 Minuten erreichten wir um 11:30 Uhr den Münchner Airport. Der Fahrer stieg mit uns aus, zeigte uns den Punkt am Terminal 2, wo wir den Transfer auf dem Rückweg fänden und die Abkürzung zum Condor Check-in. Eine riesige Schlange wartete hier schon. Sechs Schalter waren geöffnet für alle Condor-Flüge. Während des Wartens gab es natürlich Drängler von der Seite und immer wieder welche, die baten möglichst vorgelassen zu werden, weil ihr Flug bald ginge. Ja, ganze Gruppen durften sogar vor. Unser aufgegebenes Gepäck bestand aus einem Koffer, einer Reisetasche und einem Rucksack. Den Rucksack mussten wir merkwürdigerweise an einem eigenen Schalter für Sperrgepäck aufgeben, obwohl es kein großer Rucksack war. Manfred musste bei der Sicherheitskontrolle alle Fotoapparate aus seinem Handgepäck räumen, ich musste meinen Laptop herausnehmen. Alle Flüssigkeiten bzw. Medikamente habe ich vorsorglich in einem 1 Liter Gefrierbeutel mit Zip-Verschluss extern des Handgepäcks getragen. Wir setzten uns ein wenig zu Dallmeiers zwischen lauter Geschäftsleuten, aßen eine Kleinigkeit und als wir aufbrachen, ach du Schreck, wo war meine Jacke? Zurück zur Sicherheitskontrolle, die freundliche Dame wusste gleich Bescheid, schickte mich zu einem nahegelegenen Büro, wo man mir die Jacke aushändigte, nachdem ich ihre Frage nach der Farbe richtig beantwortete.

Pünktlich wurde geboardet, die Maschine war nicht ausgebucht, wir konnten uns im Airbus A320 zu zweit auf drei Plätzen ausbreiten. Der Teamleiter der Crew war witzig drauf. Er erzählte, das Bodenpersonal habe ihm zugetragen, dass Passagiere falsch eingestiegen wären. Wer nach Madeira fliegen will, solle bitte die Hand heben. nachdem alle die Hand hoben, mussten wir lachen. Solche Bemerkungen machte er immer wieder. Manfred und ich leisteten uns am Urlaubsbeginn zum Anstoßen ein Gläschen Sekt. Das Essen schmeckte wie üblich in Flugzeugen, ich habe 70% liegenlassen. Getränke gab es nur zweimal in den vier Stunden, auch nicht auf Nachfrage zwischendurch, also bitte daran denken, selber genug Wasser mitzunehmen auf Condorflügen. Hinter den Sicherheitskontrollen darf man Flüssigkeiten kaufen und auch mitnehmen.

 
Airport - Porto da Cruz
 
Allgemeines zu Madeira:

Der Archipel setzt sich aus fünf Inseln zusammen, wovon Madeira die größte mit 741 qkm mit fast 300.000 Bewohnern ist. Der höchste Berg ist der Pico Ruivo mit 1862 m. Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Madeira besitzt schwarze, grobkiesige Strände.

Naturschutz:
Seit 1999 gehört der Lorbeerwald, der früher die ganze Insel bedeckte und heute 22 Hektar, zum UNESCO Naturerbe. 1982 wurde der Naturpark Madeiras ins Leben gerufen, der zwei Drittel der Insel umfasst. Das einzige Meeresreservat Portugals befindet sich im äußersten Osten in der Bucht von Funchal.

Notruf:
112 für Feuerwehr und Polizei. Die Feuerwehr übernimmt hier auch die Bergrettung.

Reisebücher und Karten: siehe letzte Seite.

Straßen:
Sind besonders auf der Südostseite sehr gut ausgebaut, auch von der Südseite ins Inselinnere.

Stecker:
Man benötigt keine Zwischenstecker.

Taschenlampen:
Wer gerne wandert, der wird bestimmt auch mal eine Levadawanderung unternehmen. Viele Levadas führen durch Tunnel hindurch, die manchmal stockfinster sind. Dazu sollte man eine Taschenlampe, bzw. auch Ersatz mitnehmen. Nach unserer Erfahrung eignen sich am besten kleine Halogenscheinwerfer, z.B. Fahrradhalogenlampen. Meine Billigtaschenlampe versagte total, denn die Tunnelwände sind schwarz und verschlucken sehr viel Licht. Ohne Licht purzelt man entweder in die Levada oder man stößt sich den Kopf an der Decke, das kann man sich aussuchen.

Telefon:
Handyempfang ist auf der Insel sehr gut.

Temperatur:
Das Klima ist ganzjährig frühlingshaft mit 18°C im Winter und 25°C im Sommer. In der Zeit, als wir auf Madeira waren, mussten wir weder schwitzen, noch frieren, nachts wurde es um die 16°C, tagsüber meist zwischen 21°C und 23°C, je nachdem auf welcher Inselseite man wanderte.

Wanderwege:
Es gibt ungeheuer viele davon. Besonders beliebt sind die "Levadawanderungen". Levadas sind Bewässerungskanäle, die schon gleich nach der Besiedlung der Insel angelegt wurden. An diesen Levadas kann man wunderschön wandern, oft allerdings auf senkrecht abfallenden Wegen zur einen Seite. Die Levadas erstrecken sich über eine Länge von über 2000 km und haben den Zweck, Regenwasser vom regenreichen Nordwesten zu den Feldern auf die andere Inselseite zu transportieren.

Zeit:
Es gilt die WEZ (westeuropäische Zeit), sowohl im Sommer, als auch im Winter müssen die Uhren eine Stunde zurückgestellt werden.

Porto da Cruz: (Hier haben wir 2 Wochen gewohnt)
Übersetzt heißt Porto da Cruz "Hafen mit dem Kreuz" und ist eine der ersten besiedelten Gemeinden Madeiras. Porto da Cruz lebt von der Landwirtschaft, dem Handel und dem Baugewerbe. Es hat rund 3.500 Einwohner und eine Fläche von 2.513 ha. Das Klima ist das ganze Jahr über mild.

 

Ebenso pünktlich landeten wir auf Madeira, obwohl wir eine halbe Stunde zu spät starteten. Das Wetter war schön. Bis auf unseren Rucksack hatten wir unser Gepäck beisammen, denn auf den warteten wir vergebens.

 

Airport Madeira

Manfred fragte an einem Schalter für "lost & found", der Angestellte verwies ihn auf die Sperrgepäckausgabe und da stand er auch schon bereit.

Wie in unseren Reiseunterlagen beschrieben, wartete eine Dame der Firma Magoscar, um uns unseren Leihwagen, einen Seat Ibiza zu übergeben. Der Tank war halbvoll und sollte halbvoll wieder abgegeben werden. Manfred, der Automatik gewöhnt ist, musste sich nun mühsam, über die zum Glück leeren Straßen vom Flughafen nach Porto da Cruz hangeln. Gefunden haben wir den Weg, dank Beschreibung wunderbar.

Ankunft am Flughafen  
 

Vor der Bar PIPA warteten der Apartmentbesitzer Antonio und deren Tochter Betty auf uns. Betty konnte sehr gut englisch, Antonio und seine Frau gar nicht. Sie zeigte uns das über der Bar gelegene Apartment, bestehend aus zwei Schlafzimmer, Wohnzimmer, Bad und unter dem Dach noch eine Küche und eine große Terrasse. Toll! Wir meldeten uns bei unserer Tochter, dass wir gut angekommen waren, packten unsere Koffer aus und kauften im Dorf in einem Tante Emma Laden Frühstück für morgen. Anschließend setzten wir uns zu Antonio in die Bar, um unseren gröbsten Durst zu löschen. Trotz mangelnder Sprachkenntnisse beiderseits verständigten wir uns prächtig.

Als erstes servierte er uns zum Probieren einen Madeirawein, der wie Sherry schmeckte, aber ganz gut. Zum Bier servierte er uns in Öl eingelegte Nüsse oder so was ähnliches? Zum Schluss erschien seine Frau, sie tuschelten miteinander, dann stand er auf, brutzelte etwas und brachte uns eine ganze Pfanne mit Napfschnecken in Öl gebraten, mit Zitrone beträufelt. Schmeckte sehr lecker, vielleicht weil wir nicht wussten, dass es Schnecken waren :-)

 

Airport Madeira

Airport Madeira

Blick von unserer Terrasse Richtung Berge Blick von unserer Terrasse Richtung Pool
 

Als Verdauungsspaziergang, es war jetzt 21 Uhr, wanderten wir noch um die Spitze von Santo da Cruz, das ist ein hübscher Weg am Meer entlang. Hier begegneten wir auch noch mal unserem Wirt. Dann begaben wir uns so langsam ins Bett.

Der erste Eindruck von Madeira war sehr positiv. Ich habe mir diese Insel nicht so wunderschön vorgestellt, schroffe, bewaldete Berge, Steilküste, Meer, keine Touristenhorden, einfach super!

 
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