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Madeira
 
27. Mai bis 10. Juni 2010
 

Flug München Madeira auf einer größeren Karte anzeigen
 

Unsere Reise führte uns in diesem Jahr wieder mal nach Madeira, dass wir zuletzt vor 3 Jahren besuchten. Eigentlich wollten wir nach Kroatien reisen, aber da ich dieses Land gar nicht kenne und deshalb sehr viel Planungs- und Vorbereitungszeit angefallen wäre, haben wir auf Madeira umgeschwenkt. Hier gefiel es uns damals sehr gut. Man kann wunderbar wandern und per Zufall habe ich einen Vermittler gefunden, Madeira-Exklusiv, der speziell "unser" damaliges Apartment anbietet. Denn den "alten" Vermittler gibt es inzwischen leider nicht mehr.

Lange Rede, kurzer Sinn, als erstes mailte ich den Apartmentvermittler an, ob in unserem Wunschzeitraum das Apartment Antonio frei wäre. Er bejahte und hielt es uns frei. Daraufhin suchte ich passende Flüge, in dem Fall von Condor, buchte sie inklusive Sitzplätze (kostete Aufpreis) und buchte dann das Apartment fest. Den Leihwagen mieteten wir über mietwagenmarkt.de von Auto Europe, einen Renault Clio. Zuerst hatten wir einen anderen Autovermieter im Vesier, aber nachdem er uns mailte, dass es für den Zeitraum unser Wunschauto nicht verfügbar wäre und er auch nicht auf unsere Gegenfrage, welches denn verfügbar wäre, reagierte (wegen Reichtum geschlossen), sahen wir keinen Grund mehr, ihm hinterher zu laufen.

 
Anreise
Donnerstag, 27. Mai 2010
 

Um 2:30 Uhr morgens stand unser bestellter Flughafentransfer vor der Tür. Wir mussten heute in aller Herrgottsfrüh aufstehen, da unser Flieger nach Madeira um 5:35 Uhr in München starten sollte. Der Fahrer hatte einen so angenehmen Fahrstil und redete nett und freundlich mit uns, dass ich am liebsten noch ein paar Stunden weiter gefahren wäre - warmes Auto - draußen Regen...

Aber wir erreichten pünktlich, wie gewünscht, zwei Stunden vor Abflug, unser Terminal 1 des Münchner Flughafens und mussten wohl oder übel aussteigen. Der Check-in verlief reibungslos, die Sicherheitskontrolle öffnete Punkt 4 Uhr und keine Sekunde zu früh und war unfreundlich wie ich das in letzter Zeit von München gewohnt bin. Um die Wartezeit zu verkürzen setzten wir uns ans Fenster mit einem Kaffee bzw. Apfelschorle, dann begaben wir uns zum Gate.

Um 5:30 Uhr statt um 4:50 Uhr wurde gebordet. Wir saßen direkt hinter den Flügeln und hatten gute Sicht.

Flughafen Muenchen

Flughafen Muenchen

Flughafen München: 4 Uhr morgens Beim Abflug regnete es noch
 
Der Airbus war nicht ausgebucht, aber fast. Manfred erhielt einen Nebensitzer auf unserem Dreierplatz. Die ganze Crew war sehr freundlich, es verlief alles reibungslos, die Ansagen waren informativ. Mit einer Kamera vorne am Flugzeug konnten wir Start und Landung verfolgen. Es gab ein warmes Frühstück und dreimal lief die Getränkeausgabe durch die Gänge.

Flug nach Madeira

Ankunft in Madeira

Unterwegs Ankunft in Madeira
 

Nach dem 4-stündigem Flug landeten wir auf dem sonnigen Madeira. Nun durften wir erst einmal unsere Uhren um eine Stunde zurückstellen. Die Koffer erschienen rasch. Wir wurden vom Autovermieter mit weiteren 3 Parteien abgeholt, wo wir zuerst dachten, das kann ja heiter werden, wenn wir mit einem Bus erst zu unserem Vermieter hingekarrt werden, aber es ging rascher als gedacht und die Dame am Schalter war sehr freundlich. Unser Autovermieter Auto Europe (nicht zu verwechseln mit Europe Car) liegt zwischen dem Airport und Funchal.

 
Allgemeines zu Madeira:

Der Archipel setzt sich aus fünf Inseln zusammen, wovon Madeira die größte mit 741 qkm mit fast 300.000 Bewohnern ist. Die Hälfte der Bevölkerung lebt in der Hauptstadt Funchal. Der höchste Berg ist der Pico Ruivo mit 1862 m. Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Madeira besitzt schwarze, grobkiesige Strände.

Links zu Madeira:
Madeira-Zeitung: hier enthält sehr informative, aktuelle Artikel
Madeira-Live
Wikipedia
Offizielle Tourismus-Webseite Madeiras

Naturschutz:
Seit 1999 gehört der Lorbeerwald, der früher die ganze Insel bedeckte und heute 22 Hektar, zum UNESCO Naturerbe. 1982 wurde der Naturpark Madeiras ins Leben gerufen, der zwei Drittel der Insel umfasst. Das einzige Meeresreservat Portugals befindet sich im äußersten Osten in der Bucht von Funchal.

Notruf:
112 für Feuerwehr und Polizei. Die Feuerwehr übernimmt hier auch die Bergrettung.

Reisebücher und Karten:
Das informativste Buch für unseren Geschmack, da wir viel wandern war für uns: "Madeira - Die schönsten Levada- und Bergwanderungen" von Rolf Goetz. Es werden 50 Touren beschrieben, eingeteilt in drei Kategorien von leicht bis schwer. Man findet zu jeder Beschreibung eine Anreisebeschreibung, Wanderbeschreibung, Höhenprofil und einen Wanderkartenausschnitt. Dazu passend hatten wir eine Kompass-Wanderkarte. Als Straßenkarten hatten wir diverse andere Karten, aber keine war optimal und keine war schlecht.

Straßen:
Sind besonders auf der Südostseite sehr gut ausgebaut, auch von der Südseite ins Inselinnere. Gerade auf der Verbindungsstraße Ribeira Brava auf der Südseite nach Sao Vicente, auf der Nordseite sah man noch die Schäden des Unwetters, welches hier vor ein paar Monaten wütete (Stand Juni 2010). Hier sind einige Umleitungen, was am Wochenende ohne LKWs okay ist, aber unter der Woche nicht so optimal.

Stecker:
Man benötigt keine Zwischenstecker.

Taschenlampen:
Wer gerne wandert, der wird bestimmt auch mal eine Levadawanderung unternehmen. Viele Levadas führen durch Tunnel hindurch, die manchmal stockfinster sind. Dazu sollte man eine Taschenlampe, bzw. auch Ersatz mitnehmen. Nach unserer Erfahrung eignen sich am besten kleine Halogenscheinwerfer, z.B. Fahrradhalogenlampen. Meine Billigtaschenlampe versagte total, denn die Tunnelwände sind schwarz und verschlucken sehr viel Licht. Ohne Licht purzelt man entweder in die Levada oder man stößt sich den Kopf an der Decke, das kann man sich aussuchen.

Telefon:
Handyempfang ist auf der Insel sehr gut.

Temperatur:
Das Klima ist ganzjährig frühlingshaft mit 18°C im Winter und 25°C im Sommer. In der Zeit, als wir auf Madeira waren, mussten wir weder schwitzen, noch frieren, nachts wurde es um die 16°C, tagsüber meist zwischen 21°C und 23°C, je nachdem auf welcher Inselseite man wanderte.

Wanderwege:
Es gibt ungeheuer viele davon. Besonders beliebt sind die "Levadawanderungen". Levadas sind Bewässerungskanäle, die schon gleich nach der Besiedlung der Insel angelegt wurden. An diesen Levadas kann man wunderschön wandern, oft allerdings auf senkrecht abfallenden Wegen zur einen Seite. Die Levadas erstrecken sich über eine Länge von über 2000 km und haben den Zweck, Regenwasser vom regenreichen Nordwesten zu den Feldern auf die andere Inselseite zu transportieren.

Zeit:
Es gilt die WEZ (westeuropäische Zeit), sowohl im Sommer, als auch im Winter müssen die Uhren eine Stunde zurückgestellt werden.

Porto da Cruz: (Hier haben wir 2 Wochen gewohnt)
Übersetzt heißt Porto da Cruz "Hafen mit dem Kreuz" und ist eine der ersten besiedelten Gemeinden Madeiras. Porto da Cruz lebt von der Landwirtschaft, dem Handel und dem Baugewerbe. Es hat rund 3.500 Einwohner und eine Fläche von 2.513 ha. Das Klima ist das ganze Jahr über mild.

 

Mit unserem Renault Clio fuhren wir nun in einer guten halben Stunde nach Porto da Cruz zu unserem Vermieter Antonio. Ob er uns erkannte weiß ich nicht, er sprach nur portugiesisch und tröstete uns, dass in 10 Minuten seine Tochter käme und uns in englisch die Wohnung genauer zeigen würde. Wir kannten sie ja schon. Das erste, was er uns selber ganz stolz zeigte, war das deutsche TV-Programm was er mit seiner überdimensionalen Satelliten-Schüssel empfängt. Betty, seine Tochter, erinnerte sich an Manfred, wegen seines markanten Gesichts, meinte sie. Die Wohnung war wie gehabt super, sie lag neben Antonios Bar und Wohnung, ohne irgendeinen weiteren Apartmentnachbarn, mitten im Dorf mit riesiger Dachterrasse.

Nachdem wir alles geschäftliche abgewickelt haben, fuhren wir zum Supermarkt ins 10 km entfernte Machico, um uns mit Lebensmitteln einzudecken. Die Auswahl der Lebensmittel fiel uns schwer, weil wir überhaupt kein portugiesisch konnten. Was für Wurst? Was für Käse? Müsli?... Zuhause angekommen, tranken wir Kaffee, danach sprang Manfred gleich in den ganz leeren, riesigen Gezeitenpool, während ich daneben las, ich hatte keine Lust, war mir zu hektisch, Sachen auspacken, einpacken fürs Schwimmen...

Meeresschwimmbad

Meeresschwimmbad

Unser schönes leeres Meeresschwimmbad Manfred stürzt sich in die Fluten
 
Nachmittags bummelten wir durch Porto da Cruz, stellten fest, dass einiges verändert wurde, unser Nachbarhotel hatte geschlossen, dicht gemacht und ebenso das Internetcafe. Dafür sahen wir mal die Zucker-Destille in Betrieb, beim letzten Besuch dachten wir schon, sie arbeitet gar nicht mehr. Aber der Zuckerabbau ist derzeit im vollen Gange.

Zucker-Destille in Porto da Cruz

Zucker-Destille in Porto da Cruz

Zucker-Destille in Porto da Cruz Vom Zuckerrohr bis zum fertigen Produkt

Zucker-Destille in Porto da Cruz

Zucker-Destille in Porto da Cruz

 

Zum Abendessen entschlossen wir Restaurante Penha d'Ave zu besuchen. Wir saßen ganz alleine im Gastraum, wahrscheinlich war es viel zu früh zum Abendessen für die Einheimischen und auch für andere Urlauber. Es war 17:30 Uhr, aber wir konnten schon bestellen. Manfred aß einen gemischten Fleischspieß mit Huhn, Rind und Schwein und ich Espada mit Banane. Dazu gab es etwas Salat und viel Gemüse. War beides sehr lecker, aber für meinen Geschmack etwas zu viel Panade und Knoblauch.

 
Größenvergleich: Manfred neben Zuckerrohr Blick von unserem Spaziergang auf Porto da Cruz

Zuckerrohr

Blick auf Adlerfelsen

Als Verdauungsspaziergang wanderten wir die Straße bei der Post entlang, den Berg hoch, um zu erkunden, wie man die Baustelle am östlichen Ufer umgehen kann, falls wir mal nach Machico wandern wollen. Der Blick, den wir erhielten, war sehr schön. Hinterher winkte uns Antonio auf einen süßen Madeirawein-Verdauungsschluck in seine Bar und danach saßen wir bis es zu kühl wurde 21:30 Uhr auf der Terrasse.

Porto da Cruz

Terrasse in Porto da Cruz

Auf unserer Terrasse mit Blick auf Porto da Cruz
 
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